Sexuelle Gewalt gegen Frauen

Bei sexueller Gewalt

wird Sexualität als Mittel zur Machtdemonstration, Demütigung und Unterwerfung von Frauen und Mädchen eingesetzt. Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung wird verletzt.

Sexuelle Gewalt kann überall und immer geschehen,

tagsüber ebenso wie nachts, zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Ausbildung, im Sport, in Psychotherapien oder medizinischen Behandlungen und in der Öffentlichkeit.

Jedes Mädchen und jede Frau

kann, unabhängig von ihrem Alter, ihrem Aussehen, ihrer Kleidung, Nationalität oder Religion Opfer sexueller Gewalt werden.

Es gibt kein Verhalten

von Mädchen und Frauen, das sexuelle Gewalt rechtfertigen könnte. Es gibt auch kein Verhalten, das sexuelle Gewalt ausschließen kann. Nach einer Studie der UN sind Mädchen und Frauen mit Behinderungen doppelt so häufig betroffen.

Sexualisierte Gewalt zeigt sich in vielen Formen:

  • Exhibitionismus
  • „zufälliges“ Begrapschen
  • Beleidigung, Anmache und Bedrohung
  • Stalking
  • Sexuelle Belästigung / aufdringliche Anmache im Internet
  • Sexuelle Nötigung
  • Versuchte Vergewaltigung
  • Vaginale, orale oder anale Vergewaltigung
  • Zwangsprostitution
  • Rituelle Gewalt
  • Kriegsvergewaltigung

Täter sind

Ehemänner, Partner, Freunde, Vorgesetzte, Kollegen, Ausbilder, Ärzte, Therapeuten... Häufig sind es Männer, die die Frauen kennen und denen sie vertrauen. Manchmal sind es Fremde.

Laut Untersuchungen wird jede siebte Frau

mindestens einmal in ihrem Leben Opfer einer (versuchten) Vergewaltigung. Angst, Scham, Schuldgefühle und tiefe seelische Verletzung halten Frauen häufig davon ab, sich jemandem anzuvertrauen.

Trauma heißt Verletzung, sowohl körperlich als auch seelisch.

Das Erleben traumatischer Ereignisse geht mit Ohnmachtsgefühlen, Hilflosigkeit, Gefühlsüberflutung, Panik und Todesangst einher. Ist ein Mensch Opfer oder Zeuge eines traumatischen Ereignisses, kann das Durch- oder Miterleben eine posttraumatische Belastungsstörung hervorrufen.

Andere mögliche Folgen sexueller Gewalt

sind Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Flashbacks, Angst- und Panikzustände, sexuelle Probleme, selbstverletzendes Verhalten, suizidale Krisen, Suchtprobleme, Essstörungen, psychosomatische Beschwerden, Zwangsstörungen, Depression und dissoziative Störungen.

Für viele Frauen entstehen daraus Probleme in der Partnerschaft, in der Familie, am Arbeitsplatz - häufig verbunden mit längeren Krankheitsphasen bis hin zur Erwerbsunfähigkeit.

In Fällen häuslicher Gewalt

benötigen betroffene Frauen und ihre Kinder besonders intensiven Schutz. Erleben Frauen sexuelle Gewalt durch ihren Partner, oft auch in Verbindung mit körperlicher und psychischer Gewalt, steigert sich die Gewalt häufig über einen langen Zeitraum. Gelingt es ihnen, diese Gewalt öffentlich zu machen und sich zu trennen, folgt eine sehr konfliktreiche Zeit, in der betroffene Frauen und Kinder besonders gefährdet sind. Massive Bedrohungen und Gewaltausübungen durch den Ex-Partner bestimmen den Lebensalltag, insbesondere wenn der gewaltausübende Partner Umgangsrechte einfordert.

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